
Der kleine Ort Bellinchen genießt in Naturschutzkreisen eine gewisse Berühmtheit.
Die Hänge zwischen Zehden (Cedynia) und Bellinchen (Bielinek) gehörten seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu den wichtigsten Exkursionsgebieten der Biologen an der Oder. Der Kontrast zwischen den Sümpfen und Mooren der Oder und den warmen, sonnenbestrahlten Steilhängen der Ufer bestimmt die Vielfalt dieser Landschaft.
Bereits 1854 gab der in Alt-Reetz lebende Kantor Johann Schäde mit seiner "Flora des Oderbruchs" eine erste Übersicht über die botanischen Verhältnisse in diesem Bereich. Der Berliner Botaniker und Lehrer Roman Schulz erkannte den besonderen floristischen Wert des Gebietes. Dies führte letztendlich dazu, dass der damalige Besitzer des Rittergutes Hohen-Lübbichow (Lubiechów Górny), der Reichsminister des Innern Dr. h. c. Walter von Keudell, auf den naturwissenschaftlichen Wert aufmerksam wurde und auf Wunsch der Brandenburgischen Provinzialkommission für Naturdenkmalpflege hier ein Naturschutzgebiet zu errichten, gerne einging.
Eine systematische Inventarisierung wurde von den
Berliner Professoren F. Solger, K. Hueck, H. Hedicke und H. Klose 1925 und 1926
durchgeführt, welche zur endgültigen Sicherung des Gebietes mit der
Polizeiverordnung über das von Keudell'sche Naturschutzgebiet "Oderhänge
bei Bellinchen" vom 19. November 1927,
veröffentlicht im Amtsblatt der
Regierung zu Frankfurt (Oder) am 4. Februar 1928, führte.
Zeitgleich mit der Sicherung des Naturschutzgebietes wurde in Bellinchen eine Naturschutzstation eingerichtet, die am Kriegsende zerstört wurde, zu deren 70. Gründungstag 1997 jedoch unter großer öffentlicher und politischer Beteiligung gedacht wurde. Auch ein Gedenkstein wurde aufgestellt.
Den Ort Bielinek (Bellinchen) ziert eine neue, auf alten Fundamenten errichtete achteckige Kirche mit einem viereckigen Turm. Die Spuren des Krieges sind jedoch überall im Dorf noch sichtbar. Ganze Gehöfte fehlen. Vieles wurde zerstört, manches nach dem Krieg abgerissen, um die Steine für den Aufbau des schwer zerstörten Szczecin (Stettin) zu nutzen. Gut erkennbar ist der Abfahtrpunkt der Fähre, die bis zum Kriegsende den Fußgängerverkehr zwischen Bellichen und dem auf der westlichen Oderseite gelegenen Lunow gesichert hat.
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