
Eine Tour für Wanderer und für Radfahrer, die Feldwege lieben
Länge: 20 km
Dauer: Tagestour für Wanderer
Imbiss: in Schwedt und Pinnow
Der Ausgangspunkt unserer Wanderung ist der Bahnhof Pinnow,
der sich Nationalparkbahnhof nennt. Über die geradeaus führende Dorfstraße
gelangen wir zur Kirche und zum Gutshaus. Der Ortskern des hübsch
wiederhergerichteten Dorfes steht unter Denkmalschutz. Besuchenswert sind vor
allem die über 100 m langen, imposanten Stall- und Speichergebäude des
ehemaligen Gutshofes sowie das ehemalige Gutshaus selbst, das 1995/96
wunderschön restauriert wurde.
Auf Höhe der Kirche ist nach links der Felchowsee ausgeschildert. Wir folgen diesem Weg, umgehen die Schulsporthalle und kommen an die Gärtnerei, die einst Gutsgärtnerei war. Links an ihr vorbei führt der Weg an einer Koppel entlang, durch ein kleines Wäldchen und dann über einen von Kastanien gesäumten Weg. Wir kreuzen eine Straße, durchqueren eine Eigenheimsiedlung und erreichen nach 2,3 km den Waldrand.
Am Ortsausgangsschild von Pinnow mit dem Hinweis "Felchow 3 km"
vorbei, wandern wir immer parallel zum Waldrand entlang einer Mauer und eines
Zaunes ungefähr einen Kilometer durch eine hügelige Landschaft bis zu einer
Asphaltstraße, die nach Felchow geht. Nach ca. 250 m geht hinter einem kleinen
kopfsteingepflasterten Parkplatz ein Weg nach links. Er führt nördlich des
Felchowsees entlang. Wir bleiben jedoch weitere ca. 250 m auf der Straße und
biegen erst in den nächsten links abgehenden Feldweg ein. Er führt zum
Felchowsee.
Schon zu DDR-Zeiten war dies ein "geschütztes Feuchtgebiet von nationaler Bedeutung" (FNB), das heute noch gekennzeichnet ist.
Den See hinter uns lassend, folgen wir dem markierten Wanderweg und erreichen den Waldrand und schließlich beim Kilometer 6,8 eine Douglasienschonung, mit einigen älteren Lärchen. An einer einzeln stehenden großen Lärche am Ende der eingezäunten Schonung, die mit dem Wanderkennzeichen markiert ist, biegen wir nach rechts ab. Nach ungefähr 200 m gelangen wir auf den geschotterten Fahrweg von Niederlandin nach Flemsdorf, auf den wir nach rechts einbiegen. Wir überqueren eine Brücke und biegen vom Schotterweg bereits nach 50 m nach links ab, um nach weiteren 700 m auf der linken Seite den Großen Stevensee zu erblicken. Ein Rastplatz lädt zu schöner Sicht auf den See ein.
Beim Streckenkilometer 8,4 erreichen wir eine Weggabelung. Wir folgen dem Weg halbrechts entsprechend dem nach Flemsdorf führenden Wegweiser. Schon nach ungefähr 100 Metern wird links der Kleine Stevensee sichtbar. In den schönen alten Buchenstämmen baut der Schwarzspecht seine Höhlen, die dann später auch von Hohltauben und Schellenten zum Nisten genutzt werden. Mitunter ist hier auch der Zwergschnäpper zu hören. Wir bleiben am Südufer und verlassen den See auf halber Strecke bei Streckenkilometer 8,8 rechtsabbiegend nach Süden.
Ebenso wie der Felchowsee ist auch der Große Stevensee ein Flachsee von geringer Tiefe, während der Kleine Stevensee mit 6 m mehr als doppelt so tief ist. Alle drei werden zum Angeln und gelegentlich auch zum Baden genutzt. Der Große Stevensee ist von einem Röhrichtgürtel umgeben, in dem verschiedene Schilf- und Wasservogelarten zu beobachten sind. Auch der Eisvogel ist hier zu Hause, ebenso der Fischotter. Wegen ihrer geringen Größe und ihrer waldreichen Umgebung spielen beide Seen als Rastgebiete für Wasservögel nur eine untergeordnete Rolle.
Wer einen sehr gut entwickelten Quellmoor-Eschenwald sehen möchte, sollte einen kleinen Abstecher zum Ostende des Kleinen Stevensees nicht versäumen. Über den gesamten Hang verteilen sich viele aktiv schüttende Quellmulden und Quellkuppen.
Rechterhand liegt nun der Flemsdorfer Wald. Er besteht zu 76 % aus Nadelhölzern, zu über 50% aus Kiefern. Nur gelegentlich finden wir Birken und Erlen, Eichen und Buchen. Dazwischen wurden immer wieder ausländische Nadelhölzer gepflanzt, hauptsächlich die japanische Lärche, Douglasie, die Omorika- und die Sitkafichte.
In den strukturreichen, älteren Kiefern- und Fichtenforsten leben mehrere Schwarzspechtbrutpaare. Auch der Mäusebussard, der Schwarz-, der Rotmilan und der Baumfalke brüten im Altholzbestand. Weit verbreitet sind Baummarder, Igel, Zauneidechse, Blindschleiche und Erdkröte. Auch mehrere Dachsbauten sind bekannt.
Wir folgen dem Wanderkennzeichen nach Süden und biegen bei Streckenkilometer 9,5 neben einem Hochsitz links nach Osten ab. Der Weg führt uns entlang eines tiefen Abzugsgraben zwischen einem dichten Fichten- und einem Lärchenwald hindurch. Nach 400 m haben wir den Waldrand erreicht und betreten die weite, offene und landwirtschaftlich genutzte Fläche. Auf dem Plattenweg geht es halb links durch einen an beiden Seiten mit schönen Schlehen- und Heckenrosensträuchern bestandenen Hohlweg nach Berkholz. Hier kommt der Neuntöter vor, Feldlerche und Grauammer machen durch ihren Gesang auf sich aufmerksam. Bei Streckenkilometer 12,6 erreichen wir das Dorf Berkholz. Ursprünglich vor allem landwirtschaftlich geprägt, erlebte der Ort nach der Wende einen Bauboom und wurde zu einem Einfamilienhausvorort von Schwedt.
Die Dorfkirche von Berkholz ist vielleicht das einzige herausragende Gebäude. Sie brannte 1860 vollkommen ab, wurde im Jahre 1887 neu erbaut und ein Jahr später eingeweiht.
An der Kirche vorbei erreichen wir über die als Naturdenkmal ausgewiesene Kastanienallee nach Streckenkilometer 17,4 den Ortseingang von Schwedt.
Über den Heinersdorfer Damm, den Julian-Marchlewski-Ring (in den wir rechts einbiegen), die Auguststraße (nach links) und die Bahnhofstraße gelangen wir zum Bahnhof Schwedt, von wo wir die Rückfahrt nach Angermünde und Berlin antreten können.
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